Federbälle

Federbälle – Naturfedern oder Kunststoff ?

Federbälle sind beim Badminton das Spielgerät. Weitere Bezeichnungen können Shuttle, Shuttlecock, oder Badmintonball sein. Der Ball ist sicherlich der Hauptgrund, der den FederbälleBadmintonsport so besonders macht. Gegenüber anderen Ballsportarten wird die Flugbahn eines Federballs von der Anfangsgeschwindigkeit und vor allem durch den Luftwiderstand geprägt. Während bei anderen Ballsportarten der Ball meist eine symmetrische Flugbahn bildet, fallen Federbälle am Ende der Flugbahn fast senkrecht zu Boden. Sicher ist diese Besonderheit ein Grund für die Beliebtheit dieses Sports. Die hohe Geschwindigkeit, die ein solcher Federball erreichen kann, verlangt den Spielern einiges an Schnelligkeit, Kondition und Koordination ab.

1. Beschaffenheit von Federbällen

Federbälle kann man in Bälle aus Kunststoff und aus Naturfedern unterscheiden. Nicht umsonst heißt der Ball beim Badminton Federball. Woraus die Kunststoffbälle bestehen ist jedem klar.  Naturfederbälle wiederum werden aus Gänse- und Entenfedern hergestellt.

Im Profi- und Spitzenbereich wird ausschließlich mit Naturfederbällen*  gespielt, da diese die besseren Flugeigenschaften gegenüber den Kunststoffbällen* besitzen. Da die Herstellung nur unter einem erheblichen manuellen Aufwand möglich ist, haben diese Bälle natürlichen ihren Preis. Größe, Gewicht und Material sind in der „Badminton – Satzung, Ordnung, Spielregeln 2019/2020“ festgelegt. Reinschauen lohnt sich, da unter anderem auch etwas über Schläger, Spielbekleidung, Spielfeld u.v.m. zu lesen ist. Sie können das wichtigste über Badminton Regeln auch hier auf der Seite erfahren. (siehe Badminton Regeln)

Vergleichsliste Federbälle

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2. Herstellung

Wie bereits erwähnt, können die Bälle nur durch Menschenhand hergestellt werden. Die Gänse- oder Entenfedern müssen sortiert und gebleicht werden. Danach müssen sie noch einmal nach Links- oder Rechtsbeugung sortiert werden. Anschließend setzt man die 16 Federn per Hand zusammen. Danach verbindet man die Federn durch einen Zwirn mit einem Korkfuß. Man testet die Bälle dann auf ihre Flugeigenschaften und kategorisiert diese. Daraus ergeben sich folgende Geschwindigkeiten: 75, 76, 77, 78. Die etwa 5 g leichten Bälle werden somit von langsam bis schnell eingeteilt.

Federball von iheyfill mit Naturfedern

Naturfederball von iheyfill

Wobei durch die natürliche Beschaffenheit des Balles die Temperatur der Halle eine Rolle spielt und die Geschwindigkeiten sich dementsprechend verändern können. Auf Grund der besonderen Anordnung der Naturfedern rotiert der Naturfederball nach dem Schlag um seine Längsachse und sorgt damit für stabile Flugeigenschaften.

Die Kunststoffbälle halten in der Regel länger, haben aber die schlechteren Flugeigenschaften. Ihre Geschwindigkeiten werden durch Farben angezeigt. Die Farben der Federbälle bedeuten im einzelnen:

  • Grün = langsam
  • Blau = mittel
  • Rot = schnell

Für das Badmintontraining ist der Kunststoffball dennoch geeignet. Auf jeden Fall wird die Haushaltskasse des Spielers geschont. (Siehe Vergleichsliste Federbälle)

3. Die Flugeigenschaften

Wenn man einen normalen Ball wirft oder z.B. mit einem Tennisschläger dagegenschlägt, entsteht die typische Wurfparabel. Federbälle weichen stark von dieser Symmetrie ab. Während die normalen, runden Bälle symmetrische Flugbahnen beschreiben, fällt ein Federball bereits nach 10 -15 m fast senkrecht nach unten.
Durch die Beschaffenheit und den Aufbau der Federbälle, rotieren diese beim Flug um ihre Achse, was eine Stabilisierung des Fluges bewirkt.

Vor allem die Naturfederbälle unterliegen in ihren Flugeigenschaften stark den Umwelteinflüssen. Je nach Luftdruck, Temperatur oder Luftfeuchtigkeit können diese Federbälle in ihren Flugeigenschaften variieren.

Nach der Herstellung werden

Aufgrund dieser Tatsache werden vor Spielbeginn die Bälle mit Hilfe der Technik des „Durschlagens“ überprüft.

4. Durchschlagen

Man spricht vom Durchschlagen der Bälle, wenn man die Ermittlung der Ballgeschwindigkeit meint. Vor jedem Spiel testet man also Geschwindigkeit und Flugeigenschaften eines Balles. Mit einem lockeren Unterschlag soll der Ball einen Bereich 50-100 cm vor der gegenüberliegenden Grundlinie erreichen. Ist dies der Fall, so ist die Geschwindigkeit in Ordnung. Wenn ein Ball mal zu schnell oder zu langsam ist, besteht durch nach außen oder nach innen Knicken der Federn, die Möglichkeit die Geschwindigkeit entsprechend zu verändern. Die federn werden am oberen Ende geknickt.

Für das Knicken bestehen folgende Möglichkeiten:

  • jede Feder
  • jede vierte Feder auslassen
  • jede zweite oder vierte Feder

5. Verschiedene Arten von Federbällen

Im bisherigen Text wurde bereits auf die unterschiedlichen Arten von Federbällen eingegangen. Nun soll noch einmal zusammenfassen die einzelnen Unterschiede aufgezeigt werden.

5.1 Naturfederbälle

Bestandteile
Sie bestehen aus 16 Gänsen – oder Entenfedern. Jede dieser Federnarten hat ihre Vor-und Nachteile. Die Gänsefeder sind dabei die erste Wahl, weil diese höhere Qualitäten aufweisen, welche sich in den Flugeigenschaften niederschlägt. Ihr Nachteil besteht in den zerbrechlicheren Federkiel. Hier trumpfen die Entenfedern. Leider neigen diese dazu insgesamt schneller zum Ausfranzen.
Eine weitere wichtige Komponente ist der Korkfuß. Hochwertige Korkfüße werden aus portugiesischem Naturkork hergestellt. Es gibt aber auch viele Naturfederbälle mit gemischtem oder künstlichem Kork.
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Herstellung
Naturfederbälle werden noch per Hand hergestellt. Die Federn müssen mühsam sortiert und gebleicht werden. Anschließend werden die Federn und der Korkfuß mit Kleber und Zwirn mit einander verbunden.

Flugeigenschaften
Naturfederbälle besitzen stabile Flugeigenschaften. Sie können schnell und stark beschleunigt werde. Durch ihre Rotation kommt es zum fast senkrechten Abfall am Ende der Flugbahn.

Aufbewahrung
Da es sich um ein Naturprodukt handelt, sollten ein paar Regeln für die Aufbewahrung beachtet werden.
Kork und Federn können bei unsachgemäßer Aufbewahrung austrocknen. D.h. man solle diese Art von Federbällen in dunklen und kühlen (wenn es geht etwas feuchten) Räumen aufbewahren.

Einsatzbereiche
Naturfederbälle werden auf Grund des Kostenfaktors vorrangig im Wettkampfbetrieb eingesetzt. Natürlich ist der Einsatz im Training wünschenswert, aber da bei intensivem Spiel schon mal mehrere Bälle während eines Matches zum Einsatz kommen können, spielen die Kosten natürlich eine Rolle.
Es gibt allerdings auch schon sehr gute Angebote im Bereich der Naturfederbälle z.B.

5.2 Kunststoff – Federbälle

Bestandteile
Federbälle aus Kunststoff sind Nachbildungen der Naturfederbälle. Sie bestehen somit auch aus „Federn“ bzw. aus einem Feder(Nylon)korb und einem Korkfuß.

Herstellung
Im Gegensatz zur Handarbeit bei den Natuferderbällen kommen bei der Herstellung der Kunststoffbälle industrielle Verfahren zum Einsatz. Dies ermöglicht eine erheblich günstigere Produktion und somit einen niedrigeren Verkaufspreis.

Flugeigenschaften
Die Hersteller versprechen nahezu identische Flugeigenschaften. Was aber in der Praxis noch nicht ganz gelingt. So fällt der Kunststoffball nicht einfach, nach einem sauber gespielten Schlag, senkrecht ab, sondern folgt noch der „normalen“ parabelförmigen Flugbahn. Dies bietet dem Gegner natürlich größere Chancen, den Ball noch zu erlaufen, da er sich länger in der Luft befindet.

Aufbewahrung
Bei der Aufbewahrung gibt es nichts weiter zu beachten. Da keine Austrocknungsgefahr besteht, können sie in den meisten Räumen bedenkenlos aufbewahrt werden. Um eine Verformung zu verhindern, sollten auch die Kunststofffederbälle senkrecht aufbewahrt werden.

Einsatzbereiche
Da diese Art von Federbällen haltbarer, pflegeleichter und vor allem kostengünstiger sind, kommen sie vermehrt im Anfänger und Kinder-und Jugendbereich zum Einsatz. Des Weiteren werden sie für ausgewählte Trainingseinheiten genutzt, um den Verschleiß niedriger zu halten.

5.3 Der AirBadminton Ball

AirBadminton steht für das Badmintonspiel im Freien. Überall wo sich die Gelegenheit bietet, z.B. in Parks, auf Höfen usw. soll das neue Spiel „AirBadminton“ für jeden attraktiv gemacht werden. Der Badminton Weltverband hat dafür neue Regeln entwickelt und möchte das Spiel weltweit, inkl. als Wettkampfsport etablieren.

Der eigens entwickelte AirShuttle (AirBadminton-Ball ),  soll eine bessere Haltbarkeit und sehr gute, an die Bedingungen im Freien angepasste Eigenschaften aufweisen. D.h. er sollte z.B. eine möglichst stabile Flugbahn, auch bei schwierigen Windverhältnissen aufweisen.

6. Fazit

Sie fragen sich, ob man wirklich immer einen Naturfederball benutzen muss? Die Antwort lautet: Ganz sicher nicht.

Die Industrie verspricht, dass die Kunststoffbälle die gleichen Eigenschaften besitzen wie die Naturfederbälle. Wie erwähnt ist im Wettkampfbetrieb, was die oberen Klassen betrifft kein Kunststoffball zu finden. Doch bei einem guten und hart geführten Spiel kann es schon mal vorkommen, dass 4-5 Bälle verschlissen werden. Sicherlich wollen Sie nicht zu jedem Training 10 Euro für neue Bälle ausgeben. Der Kunststoffball ist heute mehr als eine Alternative. Probieren Sie beide Varianten, um zu entscheiden welche Art von Federball Sie für Ihr Spiel bevorzugen.

Schauen Sie sich in der Vergleichsliste Kunststoffball in Ruhe die einzelnen Bälle an und entscheiden Sie selbst. Probieren Sie aus und sicherlich merken Sie sehr schnell, mit welchem Ball man auch im Training wie ein Profi spielen kann : )  Viel Spaß!