Federbälle

Naturfederbälle oder Kunststoff?

Beim Badminton nennt man das Spielgerät Federball, Shuttle oder Badmintonball. Der Ball ist sicherlich der Hauptgrund der den Badmintonsport so besonders macht. Gegenüber anderen Ballsportarten wird die Flugbahn eines Federballs von der Anfangsgeschwindigkeit und vor allem durch den Luftwiderstand geprägt. Während bei anderen Ballsportarten der Ball meist eine symmetrische Flugbahn bildet, fallen Federbälle am Ende der Flugbahn fast senkrecht zu Boden. Sicher ist diese Besonderheit ein Grund für die Beliebtheit dieses Sports, da diese Badminton so einzigartig macht. Die hohe Geschwindigkeit die ein solcher Federball erreichen kann, verlangt den Spielern einiges an Schnelligkeit, Kondition und Koordination ab.

1. Beschaffenheit

Die Bälle kann man in Bälle aus Kunststoff und in Bälle aus Naturfedern unterscheiden. Nicht umsonst heißt der Ball beim Badminton Federball. Woraus die Kunststoffbälle bestehen ist jedem klar.  Naturfederbälle wiederum werden aus Gänse- und Entenfedern hergestellt.

Im Profi- und Spitzenbereich wird ausschließlich mit Naturfederbällen*  gespielt, da diese die besseren Flugeigenschaften gegenüber den Kunststoffbällen* besitzen. Da die Herstellung nur unter einem erheblichen manuellen Aufwand möglich ist, haben diese Bälle natürlichen ihren Preis. Größe, Gewicht und Material sind in der „Badminton – Satzung, Ordnung, Spielregeln 2018/2019*“ festgelegt. Reinschauen lohnt sich, da unter anderem auch etwas über Schläger, Spielbekleidung, Spielfeld u.v.m. zu lesen ist.

Vergleichsliste Federbälle

2. Herstellung

Wie bereits erwähnt, können die Bälle nur durch Menschenhand hergestellt werden. Die Gänse- oder Entenfedern müssen sortiert und gebleicht werden. Danach müssen sie noch einmal nach Links- oder Rechtsbeugung sortiert werden. Anschließend setzt man die 16 Federn per Hand, welche durch einen Zwirn verbunden sind, mit einem Korkfuß zusammen. Man testet die Bälle dann auf ihre Flugeigenschaften und kategorisiert diese. Daraus ergeben sich folgende Geschwindigkeiten: 75, 76, 77, 78. Die etwa 5 g leichten Bälle werden somit von langsam bis schnell eingeteilt.

Naturfederball von iheyfill

Naturfederball von iheyfill

Wobei durch die natürliche Beschaffenheit des Balles die Temperatur der Halle eine Rolle spielt und die Geschwindigkeiten sich dementsprechend verändern können. Auf Grund der besonderen Anordnung der Naturfedern rotiert der Naturfederball nach dem Schlag um seine Längsachse und sorgt damit für stabile Flugeigenschaften.

Die Kunststoffbälle halten in der Regel länger, haben aber die schlechteren Flugeigenschaften. Ihre Geschwindigkeiten werden durch Farben angezeigt. Die Farben der Federbälle bedeuten im einzelnen:

  • Grün = langsam
  • Blau = mittel
  • Rot = schnell

Für das Badmintontraining ist der Kunststoffball dennoch geeignet. Auf jeden Fall wird die Haushaltskasse des Spielers geschont. (Siehe Vergleichsliste Federbälle)

3. Durchschlagen

Man spricht vom Durchschlagen der Bälle, wenn man die Ermittlung der Ballgeschwindigkeit meint. Vor jedem Spiel testet man also Geschwindigkeit und Flugeigenschaften eines Balles. Mit einem lockeren Unterschlag soll der Ball einen Bereich 50-100 cm vor der gegenüberliegenden Grundlinie erreichen. Ist dies der Fall, so ist die Geschwindigkeit in Ordnung. Wenn ein Ball mal zu schnell oder zu langsam ist, besteht durch nach außen oder nach innen Knicken der Federn, die Möglichkeit die Geschwindigkeit entsprechend zu verändern.

4. Der AirBadminton Ball

AirBadminton steht für das Badmintonspiel im Freien. Überall wo sich die Gelegenheit bietet, z.B. in Parks, auf Höfen usw. soll das neue Spiel „AirBadminton“ für jeden attraktiv gemacht werden. Der Badminton Weltverband hat dafür neue Regeln entwickelt und möchte das Spiel weltweit, inkl. als Wettkampfsport etablieren.

Der eigens entwickelte AirShuttle (AirBadminton-Ball ),  soll eine bessere Haltbarkeit und sehr gute, an die Bedingungen im Freien angepasste Eigenschaften aufweisen. D.h. er sollte z.B. eine möglichst stabile Flugbahn, auch bei schwierigen Windverhältnissen aufweisen.

 

5. Fazit

Sie fragen sich, ob man wirklich immer einen Naturfederball benutzen muss? Die Antwort lautet: Ganz sicher nicht.

Die Industrie verspricht, dass die Kunststoffbälle die gleichen Eigenschaften besitzen wie die Naturfederbälle. Wie erwähnt ist im Wettkampfbetrieb, was die oberen Klassen betrifft kein Kunststoffball zu finden. Doch bei einem guten und hart geführten Spiel kann es schon mal vorkommen, dass 4-5 Bälle verschlissen werden. Sicherlich wollen Sie nicht zu jedem Training 10 Euro für neue Bälle ausgeben. Der Kunststoffball ist heute mehr als eine Alternative. Probieren Sie beide Varianten, um zu entscheiden welche Art von Federball Sie für Ihr Spiel bevorzugen.

Schauen Sie sich in der Vergleichsliste Kunststoffball in Ruhe die einzelnen Bälle an und entscheiden Sie selbst. Probieren Sie aus und sicherlich merken Sie sehr schnell, mit welchem Ball man auch im Training wie ein Profi spielen kann : )  Viel Spaß!